Moderne Abwasserreinigung für Bannerod: Festbetttechnologie ertüchtigt bestehende Teichkläranlage

Clearfox containerized sewage pond upgrade

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Manchmal beginnt ein erfolgreiches Projekt mit einem Blick über die Landkreisgrenze hinaus. Als die Gemeinde Grebenhain nach einer Lösung für die steigenden Anforderungen an die Teichkläranlage im Ortsteil Bannerod suchte, wurde sie auf eine bereits realisierte Festbettanlage in Schrecksbach im Schwalm-Eder-Kreis aufmerksam. Die dort erzielten Ergebnisse machten deutlich, dass eine moderne Nachrüstung bestehender Anlagen eine wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zu umfangreichen Neubau- oder Leitungsprojekten sein kann.

Um die Möglichkeiten für Bannerod näher zu prüfen, kam die Gemeinde auf die PPU Umwelttechnik zu. In einer Gemeinderatssitzung stellten wir unser Festbettverfahren vor und erläuterten, wie sich die bestehende Teichkläranlage mit einer zusätzlichen biologischen Reinigungsstufe zukunftssicher ertüchtigen lässt. Besonders wichtig war dabei die Frage, ob das Verfahren auch unter den konkreten Bedingungen vor Ort zuverlässig funktionieren würde.

Deshalb wurden Abwasserproben aus Bannerod entnommen und im Rahmen einer Machbarkeitsstudie unter realitätsnahen Bedingungen untersucht. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass die ClearFox®-Festbetttechnologie die erforderliche Reinigungsleistung erreichen und die bestehende Anlage nachhaltig entlasten kann. Damit war die technische Grundlage für die weitere Projektentwicklung geschaffen.

Im Anschluss führte die Gemeinde Grebenhain ein reguläres Vergabeverfahren durch. PPU Umwelttechnik beteiligte sich an der Ausschreibung und erhielt nach Abschluss des Verfahrens den Zuschlag für die Umsetzung. Heute sorgt die neue Containerlösung dafür, dass die bestehende Teichkläranlage auch unter veränderten Rahmenbedingungen zuverlässig betrieben werden kann – ein Projekt, das inzwischen sogar über die Gemeindegrenzen hinaus Beachtung findet.

Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts fand inzwischen auch in der regionalen Presse Beachtung. Nachfolgend veröffentlichen wir den Bericht über die Modernisierung der Kläranlage Bannerod, die beispielhaft zeigt, wie bestehende Teichkläranlagen wirtschaftlich und nachhaltig an neue Anforderungen angepasst werden können.

Neue Technik für Teichkläranlagen

Modulare Containerlösung in Bannerod mit Vorbildfunktion für den Vogelsbergkreis

13. Mai 2026

Bannerod – Im kleinen Grebenhainer Ortsteil Bannerod befindet sich jetzt eine Kläranlage, die eine Vorbildfunktion für den gesamten Vogelsbergkreis aufweist. Und dabei handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern um eine Ertüchtigung der bestehenden Teichkläranlage, die vor genau 40 fahren in Betrieb gegangen ist. Nach außen hin verbirgt sich die moderne Technik, ein sogenannter Festbettreaktor, in zwei Containermodulen. Am Montag machten sich Bürgermeister Simon Seibert gemeinsam mit Abwassermeister Andreas Jost und Bauhofleiter Wolfram Mohr, Jürgen Steuber von der Unteren Wasserbehörde des Vogelsbergkreises sowie Quirin Döhler von der Herstellerfirma PPU Umwelttechnik aus Bayreuth vor Ort selbst ein Bild von der neuen alten Anlage.

„Für uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die technisch zuverlässig arbeitet, wirtschaftlich vertretbar bleibt und den Schutz der Lüder verbessert“, sagt Abwassermeister Jost. „Mit der modularen Nachrüstung konnten wir die bestehende Anlage erhalten und gleichzeitig ihre Reinigungsleistung deutlich stärken“, betont er.

Als belüftete Teichkläranlage stellte die Anlage in Bannerod bislang eine Technik dar, wie sie bei solchen kleinen kommunalen Anlagen – nicht einmal 120 Menschen leben in dem Dorf – häufig zu finden ist. Eine Technik, die unter veränderten Anforderungen zunehmend an ihre Grenzen stößt. In Bannerod hat sich das vor allem bei anhaltenden Trockenwetterphasen gezeigt, in denen es geringere Wassermengen und höhere Schmutzkonzentrationen er schweren, die geforderten Grenzwerte (vor allem für Ammonium) für die Einleitung des geklärten Wassers in die Lüder zuverlässig einzuhalten. In den letzten Jahren lagen diese immer über dem zulässigen Minimum. Zudem drohte der Schönungsteich in Trockenzeiten biologisch umzukippen.

Anstelle eines kompletten Umbaus der Kläranlage oder des Baus einer Druckleitung – beides groß angelegte Baumaßnahmen mit langwieriger Planung – hat sich die Gemeinde Grebenhain nach Prüfung verschiedener Varianten für die kompakte modulare Containerlösung entschieden. Diese Technik beinhaltet eine zusätzliche biologische Reinigungsstufe. Beim sogenannten getauchten Festbettverfahren siedeln sich die für die Abwasserbehandlung notwendigen Mikroorganismen im Container an. Die neue Anlagevom Typ ,,ClearFox® FBR“ kann die bestehende Reinigungsleistung nicht nur erweitern, sondern nahezu vollständig übernehmen. Die alte Teichkläranlage wird dadurch deutlich entlastet und wird künftig vor allem als Ausgleichsbecken dienen. Von der Prüfung der möglichen Varianten bis zur technischen Umsetzung ist weniger als ein Jahr vergangen.

Die Kosten für die Ertüchtigung der Kläranlage Bannerod beliefen sich auf unter 200.000 Euro. „Der anvisierte Kostenrahmen konnte gehalten werden“, unterstreicht Mohr. „Der Riesenvorteil ist, dass man diese Container auch woanders hinstellen kann. Da ist man flexibel“, erklärt Bürgermeister Seibert, dass die beiden Containermodule bei Bedarf auch an einen anderen Standort im Gemeindegebiet versetzt werden können. Im Hinblick darauf, dass die Gemeinde Grebenhain 8 Kläranlagen, 4 Pumpstationen und 92 km Kanal unterhalten muss, stellt diese Lösung auch einen Kostenfaktor dar, wie Jost ergänzt. „Das Referenzbeispiel im Nachbarkreis ist positiv“, gibt Steuber der Hoffnung Ausdruck, dass diese erste Kläranlage im Container im Vogelsbergkreis ähnlich gut funktionieren möge wie die bereits in Schrecksbach im Schwalm-Eder-Kreis realisierte Anlage.

© Carsten Eigner

Das Projekt in Bannerod zeigt beispielhaft, wie bestehende kommunale Kläranlagen mit überschaubarem Aufwand an neue Anforderungen angepasst werden können. Durch die modulare Bauweise lässt sich die Technologie flexibel einsetzen und bei Bedarf sogar an andere Standorte versetzen. Wir bedanken uns bei der Gemeinde Grebenhain für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und freuen uns, dass die Anlage nun einen Beitrag zur langfristigen und nachhaltigen Abwasserreinigung in der Region leisten kann.

Grebenhain containerized wastewater treatment plant

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