Containerkläranlage für eine Großküche in Österreich

ClearFox® DAF mit Kreislaufführung für fetthaltiges Küchenabwasser

Lebensmittel und Getränke

Projekt Details

Größe
48 m³/Tag
Standort
Österreich
Abgeschlossen
2026

Projektlieferung

Eigenschaften
ClearFox® DAF-Vorbehandlung im 20-ft-HC-Container für stark fetthaltiges Abwasser
Online-Überwachung von Trübung und pH im Ablauf
Redundante Siebung, pH-geregelte Chemiedosierung und vollautomatische Polymeransetzstation

Projekt Ergebnisse

Vor
Nach
CSB
5.000 mg/l
≤ 1.500 mg/l
Lipophile Stoffe
3.000 mg/l
-
pH
5-9
6,5-7,5

Diskussion

Situation

Ein Lebensmittelhersteller in Österreich produziert in seiner Großküche täglich Speisen für Catering und Gemeinschaftsverpflegung. Die Produktion läuft rund 16 Stunden am Tag, dabei fallen 2 bis 3 m³ Abwasser pro Stunde an. Das Abwasser ist extrem belastet: Mit rund 5.000 mg/l CSB und 3.000 mg/l lipophilen Stoffen liegt es um ein Vielfaches über typischem häuslichem Abwasser.

Bisher gelangte das Abwasser nach Fettabscheider und statischer Siebung direkt in die öffentliche Kanalisation. Als Indirekteinleiter muss der Betrieb die Einleitbedingungen des Kanalbetreibers jedoch dauerhaft einhalten, und zwar auch dann, wenn die Produktion auf Hochtouren läuft.

Problem

Ein Fettabscheider hält nur frei aufschwimmendes Fett zurück. Emulgierte Fette, Stärke, Proteine und kolloidal gelöste Stoffe passieren ihn weitgehend. Hinzu kommen starke Schwankungen: Reinigungsphasen mit alkalischen oder sauren Reinigern lassen den pH-Wert zwischen 5 und 9 pendeln, Produktionsspitzen verändern Menge und Fracht innerhalb weniger Minuten.

Für den Betreiber ist das ein doppeltes Risiko. Schon eine einzige Charge nicht konformen Abwassers zieht Auflagen, Zuschläge oder Ärger mit der Behörde nach sich. Gleichzeitig hält eine Großküche ihre Produktion nicht einfach an, nur weil die Abwasserbehandlung kurzzeitig aus dem Takt gerät. Gesucht war deshalb eine Anlage, die nicht nur gut reinigt, sondern gar nicht erst zulässt, dass schlechtes Wasser den Kanal erreicht, ohne den Küchenbetrieb zu beeinträchtigen.

Dazu kamen die Rahmenbedingungen am Standort: begrenzte Fläche, kurze Bauzeit, keine Geruchsbelastung und ein Betrieb ohne eigenes Abwasserfachpersonal.

Lösung

PPU Umwelttechnik lieferte eine vollautomatische ClearFox® DAF F 3,0 in einem isolierten 20-ft-HighCube-Container. Vor Ort musste lediglich ein Betonfundament vorbereitet werden. Die Steuerung der Anlage übernimmt zugleich die kundenseitigen Behälter für Puffer und Schlamm sowie den Biofilter, sodass die gesamte Abwasserbehandlung über eine zentrale SPS läuft.

Vorbehandlung und Konditionierung

Eine Pumpstation fördert das Abwasser aus dem Fettabscheider in einen 6-m³-Vorlagetank und durchmischt den Fettabscheider zyklisch, damit sich keine Fettschichten festsetzen. Ein Rührwerk im Vorlagetank vergleichmäßigt den Zulauf. Eine frequenzgeregelte Pumpe beschickt anschließend zwei redundante Rohrsiebe. Setzt sich ein Sieb zu, schaltet die Steuerung per Differenzdruck automatisch auf das zweite um und meldet den Reinigungsbedarf.

In einer Rohrflockungsstrecke dosiert die Anlage Aluminiumsulfat proportional zum Durchfluss. Natronlauge hält den pH-Wert geregelt zwischen 6,8 und 7,2. Polymer aus einer vollautomatischen Ansetzstation agglomeriert die Mikroflocken. Das Dosierpanel steht witterungsgeschützt im Gebäude und ist über beheizte, isolierte Schutzrohrleitungen mit dem Container verbunden. Leckagesensoren und Füllstandsüberwachung sichern alle Chemikalien ab.

Flotation

Eine Mehrphasenpumpe erzeugt das mit Druckluft gesättigte Recyclingwasser direkt in der Sättigungsstrecke, ohne separaten Sättigungsbehälter. Bei der Entspannung entstehen Mikroblasen, die Fette und Flocken an die Oberfläche tragen. Ein pneumatischer Schlammheber trägt das Flotat aus, eine Exzenterschneckenpumpe fördert es in den Schlammtank.

Das Herzstück: die qualitätsgesteuerte Kreislaufführung

Das Klarwasser läuft im freien Gefälle in eine Pumpvorlage. Dort messen Sensoren kontinuierlich Trübung und pH-Wert. Die Sensoren sitzen in Wechselarmaturen und lassen sich im laufenden Betrieb reinigen und kalibrieren. Erst wenn beide Werte im Zielbereich liegen, öffnet die Steuerung den Weg zum Kanal.

Weichen die Werte ab, sperrt die Anlage automatisch den Kanalablauf und leitet das Wasser zurück in den Vorlagetank. Dort durchläuft es die komplette Behandlung ein zweites Mal. Eine Verzögerungszeit sorgt dafür, dass kurze Messspitzen keine unnötigen Umschaltungen auslösen. Auch beim Anfahren der Anlage läuft das Klarwasser zunächst immer im Kreislauf, bis sich stabile Werte eingestellt haben. Fällt eine Messung aus oder liefert unplausible Werte, geht die Anlage ebenfalls in Rückführung: Der sichere Zustand ist immer der Kreislauf, nie der Kanal.

Für den Betreiber heißt das: Die Küche produziert weiter, während die Anlage Schwankungen selbstständig abfängt. Der Vorlagetank dient dabei als Puffer, bis die Qualität wieder stimmt.

Nachweis und Überwachung

Ein gekühlter Probenehmer im Container entnimmt mengenproportionale Proben in 24 Flaschen und dokumentiert die Ablaufqualität lückenlos. Die SPS ist per Fernzugriff erreichbar und alarmiert das Personal direkt aufs Smartphone. So unterstützt PPU bei Bedarf direkt aus Bayreuth, ohne anzureisen.

Geruchsmanagement

Ein Abluftgebläse saugt die Luft aus Vorlagetank, Schlammtank und Container ab und führt sie über einen befeuchteten Biofilter. So entstehen auch auf dem Betriebsgelände keine Geruchsbelastungen.

Mit der ClearFox® DAF erhält der Lebensmittelhersteller eine kompakte, vollautomatische Vorbehandlung, die Fett und CSB massiv reduziert. Vor allem gibt sie ihm die Sicherheit, dass nur geprüftes Wasser den Kanal erreicht.

FAQ

Die Anlage misst Trübung und pH-Wert kontinuierlich im Ablauf. Liegen die Werte außerhalb der Grenzen, sperrt sie den Kanalablauf und pumpt das Wasser automatisch zurück in den Vorlagetank, wo es die Behandlung erneut durchläuft. Nicht konformes Wasser erreicht den Kanal nicht.

Unplausible Messwerte behandelt die Steuerung als Störung und schaltet in den sicheren Zustand, also auf Rückführung. Die Wechselarmaturen erlauben es, Sensoren im laufenden Betrieb zu reinigen oder zu tauschen.

Nein. Der Vorlagetank puffert den Zulauf, während die Anlage das Wasser im Kreislauf führt, bis die Qualität wieder stimmt. Über Fernzugriff und Smartphone-Alarm erfährt das Personal sofort davon.

Ein gekühlter Probenehmer entnimmt mengenproportionale Proben. Sie stehen für Eigenkontrolle und behördliche Prüfungen zur Verfügung.

Sobald emulgierte Fette, Stärke oder Proteine in größerer Menge anfallen, wie in Großküchen und der Lebensmittelproduktion. Diese Stoffe entfernt erst eine chemisch-physikalische Behandlung mit Flotation zuverlässig.

Ja. PPU legt jede ClearFox® DAF individuell nach Abwassermenge, Zusammensetzung und Einleitbedingungen aus. Die Kreislaufführung mit Online-Qualitätsüberwachung lässt sich in jede DAF-Anlage integrieren.

Projekt Galerie

Ausgewählte Module

Ähnliche Projekte

Artikel #3