Die Kombination aus steigenden Produktionsmengen, strengeren Einleitwerten und begrenzten Platzverhältnissen stellt viele Molkereien vor große Herausforderungen in der Abwasserbehandlung. In einem aktuellen Projekt in Franken konnte die PPU Umwelttechnik GmbH mit einer containerisierten Druckentspannungsflotation (DAF) eine bestehende biologische Kläranlage gezielt entlasten und die Betriebssicherheit nachhaltig verbessern.
Die Molkerei verfügte bereits über eine biologische Abwasserreinigung auf Basis eines SBR-Verfahrens. Mit zunehmender Produktionsleistung stiegen jedoch auch die organischen Frachten und die Anforderungen an die Abwasserbehandlung deutlich an. Besonders typisch für Molkereiabwässer sind hohe Konzentrationen an Fetten, Proteinen sowie Rückstände aus CIP-Reinigungsprozessen mit Natronlauge und Salpetersäure.
Die Anlage wurde für eine maximale Abwassermenge von bis zu 1.440 m³ pro Tag ausgelegt. Der kontinuierliche 24-Stunden-Betrieb sowie kurzfristige Belastungsspitzen durch Tankentleerungen oder Reinigungszyklen führten zu stark schwankenden Frachten. Gleichzeitig lagen die Abwassertemperaturen im Sommer zeitweise bei über 40 °C.
Zusätzlich verschärften sich die behördlichen Anforderungen an die Ablaufwerte. Für Betreiber industrieller Kläranlagen bedeutet dies häufig einen steigenden Energie- und Chemikalienverbrauch sowie höhere Anforderungen an die Prozessstabilität.
Die bestehende biologische SBR-Anlage stieß durch die hohen organischen Belastungen zunehmend an ihre Grenzen. Besonders Fette und lipophile Stoffe beeinträchtigen biologische Reinigungsprozesse erheblich, da sie nur schwer biologisch abbaubar sind. Ohne wirksame Vorbehandlung führen solche Belastungen häufig zu instabilen Betriebszuständen, erhöhtem Belüftungsaufwand und steigenden Betriebskosten.
Hinzu kamen räumliche Einschränkungen am Standort. Auf dem Werksgelände stand kaum Platz für zusätzliche Anlagentechnik zur Verfügung. Gleichzeitig musste die Lösung flexibel genug sein, um auch zukünftige Kapazitätserweiterungen zu ermöglichen.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Reduzierung von Lastspitzen. Ohne ausreichende Pufferung und Vorbehandlung können Reinigungszyklen oder Produktverluste zu erheblichen kurzfristigen CSB-Spitzen führen, die biologische Prozesse stark belasten.
Die PPU Umwelttechnik GmbH realisierte für die Molkerei eine containerisierte ClearFox® Druckentspannungsflotation (DAF) als physikalisch-chemische Vorbehandlungsstufe vor der bestehenden Biologie.
Das Verfahren entfernt zuverlässig Schwebstoffe, Fette, Öle und einen Großteil der organischen Belastung aus dem Abwasser. Dafür wird zunächst der pH-Wert eingestellt und anschließend Fäll- und Flockungsmittel dosiert. Die gelösten Stoffe werden dabei zu größeren Flocken zusammengeführt. Durch die anschließende Luftsättigung entstehen mikroskopisch feine Luftblasen, die sich an die Flocken anlagern und diese an die Oberfläche transportieren. Dort wird das Flotat abgeschieden, während das gereinigte Wasser der biologischen Nachbehandlung zugeführt wird.
Die Containerbauweise bot dabei entscheidende Vorteile. Die vormontierte Anlage ließ sich innerhalb kurzer Zeit installieren und in die bestehende Infrastruktur integrieren. Gleichzeitig ermöglicht das modulare Konzept spätere Erweiterungen bei steigenden Produktionsmengen oder geänderten Anforderungen.
Ein weiterer Vorteil der ClearFox® DAF liegt in ihrer robusten Konstruktion. Die Reaktoren bestehen aus korrosionsbeständigen Kunststoffen wie Polypropylen oder Polyethylen und kommen ohne mechanische Kettenräumer aus. Dadurch reduziert sich der Wartungsaufwand deutlich. Die Anlage arbeitet vollautomatisch und kann optional per Fernüberwachung überwacht und gesteuert werden.
Durch die Vorbehandlung wird die biologische Stufe erheblich entlastet. Ein großer Teil der organischen Fracht wird bereits vor der Biologie entfernt, wodurch sich Energiebedarf, Belüftungsaufwand und Chemikalienverbrauch reduzieren. Gleichzeitig verbessert sich die Betriebssicherheit der Gesamtanlage deutlich.
Das Projekt zeigt, wie moderne, containerisierte Vorbehandlungslösungen bestehende Kläranlagen effizient ergänzen können. Gerade in der Lebensmittelindustrie gewinnen kompakte, modulare Systeme zunehmend an Bedeutung, um steigende Umweltanforderungen wirtschaftlich und nachhaltig umzusetzen.
Die Lösung eignet sich besonders für die Lebensmittelindustrie, darunter Molkereien, Käsereien, Fleischverarbeitung, Feinkost- und Convenience-Produktion. Überall dort, wo hohe Fett-, CSB- oder Schwebstofffrachten auftreten, kann eine DAF sinnvoll eingesetzt werden.
In vielen Fällen ja. Die ClearFox® DAF ist modular aufgebaut und wird individuell auf die jeweilige Abwasserzusammensetzung, Durchflussmenge und vorhandene Infrastruktur ausgelegt. Besonders bei bestehenden biologischen Kläranlagen kann sie als Vorbehandlung zur Entlastung eingesetzt werden.
Die Druckentspannungsflotation entfernt zuverlässig Fette, Öle, Schwebstoffe sowie einen großen Teil der organischen Belastung (CSB). Zusätzlich können durch Fällung und Flockung auch Phosphor und weitere gelöste Stoffe reduziert werden.
Ja. Die Containerbauweise ermöglicht eine einfache Nachrüstung in bestehende Anlagenkonzepte. Besonders bei begrenzten Platzverhältnissen bietet die kompakte Bauweise Vorteile.
Das modulare Konzept ermöglicht spätere Erweiterungen. Zusätzliche Container oder weitere Behandlungsmodule können bei steigenden Abwassermengen oder höheren Belastungen integriert werden.